Renate Pribert-Zimny wird Opernkennern als Mezzosopranistin bekannt sein. Sie startete ihre Karriere 1978 an der Hamburgischen Staatsoper, lebte viele Jahre in Eppendorf, war häufig im Ausland unterwegs, trat mit berühmten Dirigenten auf und ist seit einem Jahr begeisterte Groß Borstelerin. Wir kennen sie von unseren Mitgliederversammlungen, an denen sie regelmäßig teilnimmt.

 Jetzt stellt Renate Pribert-Zimny ihr bildnerisches Werk als Malerin aus: Ab 1. September in der IMBA-Galerie in der Bebelallee 7 (bis 22. September, Eintritt frei), vom 15. September bis 15. Oktober in Peking im MoCA, dem Museum of Contemporary Art Beijing.

Sie spricht von einer Parallelbegabung. Mit der Malerei begann sie im frühen Kindesalter. Ein Bild, das sie vor nun mehr etwa sechzig Jahren fertigte, steht in ihrem Arbeitszimmer und ist (leider) unverkäuflich. Es zeigt Gestalten in Bewegung. Gemalt mit Lippenstiften und allem, was die kleine Renate Zimny damals im Haushalt auftreiben konnte. Ein beeindruckend ausgereiftes Gemälde.

Als Tochter eines Konzertmeisters wurden beide Talente gefördert: Malerei und Gesang, naturgemäß jedoch mit Betonung auf Gesang.

Sie lebte durch den Beruf ihres Vaters sozusagen im Theater und studierte später Gesang an der berühmten Folkwang-Hochschule (jetzt Folkwang Universität) in Essen.

Es folgten eine langjährige Konzerttätigkeit im In- und Ausland, zahlreiche Engagements an städtischen Bühnen in Deutschland, viele Auftritte in Funk und Fernsehproduktionen. Ihren Schwerpunkt hatte (hat) Renate Pribert-Zimny vornehmlich in der modernen Musik, vielfach als Besetzung in Ur- und Erstaufführungen von Werken, etwa die Lukas-Passion von (und mit!) Krzysztof Penderecki.

Renate Pribert-Zimny fühlte sich in ihrer Musik auch immer zum Schauspiel hingezogen, sieht sich selbst als dramatische Mezzosopranistin, suchte in ihrem Schaffen immer nach starken Ausdrucksmöglichkeiten. Vielleicht hat sie mit ihren Bildern eine Ergänzung ihres Strebens in der Malerei gefunden.

Ihre Bilder drücken diese Emotionalität aus, sozusagen in artifizierter Form. Sie zeigt sich abstrakt in einer Serie von Bildern im Format 100 x 100 Zentimetern, die mit Acrylfarben oder Mischtechnik auf Leinwand, neuerdings zusätzlich mit Blattgold-, Silber- oder Kupferauflagen. Es gibt auch einige kleinere Gouache-Malereien.

Renate Pribert-Zimnys Bilder wurden 2016 und 2017 bereits in Galerien in Köln und Hamburg ausgestellt. Jetzt wagt sie den Sprung nach Peking. Dort stellt sie zusammen mit zwanzig europaweit ausgewählten Künstlern im Museum of Contemporary Art in Peking aus.

Ich habe mich einfach beworben und wurde ausgewählt“, erklärt Renate Pribert-Zimny. Organisiert wird die Ausstellung von Pashim Art Consortia, eine Gemeinschaft, die sich als Kunstbrücke versteht und die zusammen mit dem MoCA in Peking eine Inspirationsquelle der zeitgenössischen internationalen Kunst sein will.

Wer keine Gelegenheit hat, die Ausstellung in Peking zu besuchen, der oder die kann ab 1. September einen Blick auf Renate Pribert-Zimnys Bilder in der IMBA-Galerie, Bebelallee 7, werfen. Natürlich ist einiges auch im Internet zu bewundern: www.rpz-bilder.de.

Könnten wir die Bilder nicht mal im Stavenhagenhaus zeigen?“, frage ich die Künstlerin zum Abschluss unseres Besuches. „Aber sicher. Das können wir gerne einmal machen.“

Uwe Schröder, Fotos: Martin Boettcher