Zu dem diesjährigen Neujahrsempfang der Groß Borsteler SPD kam der Finanzsenator Dr. Peter Tschentscher ins Stavenhagenhaus, um besondere Mitglieder zu ehren, u.a. Dr. Paul Marcus, der 1921 in die SPD eintrat und mit seiner Familie als ehrenvoller Hamburger Bürger in unserem Stadtteil lebte.

1933 kam das abrupte Ende, aber die schwedische Staatsbürgerschaft der Mutter ermöglichte der Familie die Emigration nach Stockholm. Paul Marcus konnte ihr kurz nach seinem Berufsverbot als Jurist 1938 in letzter Minute folgen.

Zur Ehrung reisten vier Familienmitglieder aus Schweden an, denen Senator Tschentscher anerkennend die Ehrenurkunde übergab. Die noch lebende 99-jährige Tochter Britta richtete per Telefon ihre bewegenden Grüße auf Deutsch direkt an Groß Borstel. Stefan Björnson, ihr Sohn, äußerte spontan, dass er sich jetzt ein bisschen wie ein Hamburger fühle. Auch das verlieh der Veranstaltung eine ganz besondere Prägung, die sich auf alle Teilnehmer übertrug.

Sehr persönlich und einfühlsam wurde von Senator Tschentscher auf das Leben der zu ehrenden Mitglieder eingegangen. Besonders fiel auf, dass er nicht sich mit Politfloskeln, sondern die zu Ehrenden in den Mittelpunkt stellte“, sagte ein Gast des Abends.

Der folgende Vortrag von Herrn Dr. Nölke mit teils intimen Einblicken in das Leben der Familie Marcus, den dazu gezeigten Bildern und Filmen und der Hervorhebung der künstlerischen Werke von den Söhnen Gert Marcus (Bildhauer) und Ingolf Dahl (Komponist) war wieder ein gelungener Schritt, die in Vergessenheit geratene Familie in unseren Stadtteil zurück zu holen. Vertieft wurde dieses Gefühl durch die Musik von Ingolf Dahl, die durch das Groß Borsteler Klavierduo Haufe – Ahmels dargeboten wurde.

Über die besonders künstlerisch in Schweden und den USA bekannten Söhne von Paul Marcus – Gerd Marcus und Ingolf Dahl – wurde u.a. schon in der Januar-Ausgabe des Groß Borsteler Boten ausführlich berichtet. Der Verein „Initiative Marcus und Dahl“ machte erneut an diesem Abend den Brückenschlag zur Familie nach Schweden möglich.

Dem Enkelsohn Peter Marcus ist es zu verdanken, dass diese familiären und historischen Informationen, die sein Vater Holger, Ingenieur und Sohn von Paul Marcus, sammelte und aufhob, durch ihn überhaupt noch erhalten und unter anderem auch zu uns gelangt sind.

Nach diesen Einblicken in die Vergangenheit der Familie Marcus und Groß Borstels folgten noch lebhafte Gespräche und angeregte Diskussion in der Bauerndiele – auf Deutsch, Englisch und Schwedisch.

Francois Ribeyrolles-Marcus, die Witwe von Gert Marcus, sagte zum Abschluss:

Ni byggde en bro melllan Groß Borstel och Stockholm“ –

Ihr habt eine Brücke gebaut zwischen Groß Borstel und Stockholm“1