Der akribisch ausgeplante Vorschlag von Architekt Henning Matthes, sich die Option für eine zweite Verkehrsanbindung östlich des Sportplatzes zum Neubaugebiet Tarpenbeker Ufer nicht zu verbauen, fand bei vielen Bürgern, in der Stadtteilkonferenz und beim Kommunal-Verein Zustimmung und viele Freunde. Kein Wunder, denn die Anbindung der mindestens 750 Wohneinheiten mit einer einzigen, ein Kilometer langen Sackgasse an die kleine Straße Kellerbleek steht seit Bekanntwerden der Planungen in der massiven Kritik der Anwohner und wurde trotz zahlreicher Einwendungen gegen den Bebauungsplan Groß Borstel 25 im April 2014 politisch durchgepeitscht. Insofern hatten Kommunal-Verein und Herr Matthes bei der Sitzung des Begleitgremiums am 18.4.2016 das Gefühl, wenig Interesse vorzufinden, die Möglichkeit einer zweiten Verkehrsanbindung grundsätzlich neu aufzurollen, zumal auch Fa. Otto Wulff erst Anfang 2015 das Projekt übernommen hat und an den geltenden Bebauungsplan gebunden ist.

Der gesamte Frust über diesen letzten misslungenen Versuch, das neue Projekt städtebaulich stärker an Groß Borstel anzubinden, ist einerseits in den Bericht „Fehlzündungen im Begleitgremium“ im Juni-Boten eingeflossen sowie in ein kritisches Schreiben des KV-Vorstands an Fa. Otto Wulff. Beides hat wiederum nicht weniger heftige Reaktionen ausgelöst, wie z.B. das Schreiben von Herrn Lewin (siehe Internet: http://www.grossborstel.de/fehlzuendungen-im-begleitgremium/) sowie Unverständnis seitens Fa. Otto Wulff und konsalt.

Mit Fa. Otto Wulff hat am 30.6.2016 ein klärendes Gespräch stattgefunden, in dem die jeweiligen Beweggründe offen angesprochen wurden und wesentliche Sachfragen besprochen wurden, die der Umsetzung des Vorschlags von Herrn Matthes entgegenstehen.

Fa. Otto Wulff und konsalt beklagen die Veröffentlichung „Fehlzündungen im Begleitgremium“ im Juni-Boten ohne vorherige Rücksprache bei den Beteiligten, obwohl sie mit erheblichem Aufwand den regelmäßigen Erfahrungsaustausch und die Bürgerbeteiligung unterstützen. KV erklärt die Reaktion mit der seit Beginn des Projekts Tarpenbek Greens im Jahre 2011 tiefsitzenden Frustration über

  • die nach eigenem Dafürhalten unzulängliche Verkehrsanbindung des Neubaugebiets an den Stadtteil Groß Borstel,
  • die an Ignoranz grenzende Abwägung von über 600 Einwendungen gegen den BP GB 25
  • die enttäuschte Hoffnung, dass Fa. Otto Wulff nach Übernahme des Projekts mit den weiteren Beteiligten den von vielen Seiten begrüßten Vorschlag nicht ausreichend im Begleitgremium diskutiert hat.

In einer intensiven und teils konträren, aber dennoch konstruktiven Diskussion, wurden die sachlichen Hintergründe besprochen, die letztlich Fa. Otto Wulff veranlasst haben, den Vorschlag von Herrn Henning Matthes zu verwerfen. Dazu zählen maßgeblich:

  • Für die Verlegung der Straße wäre eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich.
  • Eine Geh- und Fahrradweg-Überführung ohne den derzeitigen Höhenunterschied ist auch ohne Verlegung der Straße bei den Baufeldern 9 und 10 möglich, sowie auch an anderen Stellen.
  • Wenn in absehbarer Zeit eine Verkehrsstraße erforderlich würde, könnte sie auch mit der heutigen Planung noch realisiert werden, sofern die diversen Beteiligten sich hierauf verständigen können.

Es wurde Einigkeit erzielt, dass Fa. Otto Wulff hier mit Problemen konfrontiert wird, die von Politik und Verwaltung im Abwägungsprozess anders bewertet wurden und deren Änderung zwar nach wie vor für den KV wünschenswert aber zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich sind. Beide Seiten sprechen sich auch weiterhin für eine partnerschaftliche und konstruktive Kooperation aus.