Anfang des Jahres bat ich Sie, mir bei der Suche nach Werken des Malers Heinrich Rode zu helfen. Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Eine große Hilfe bei meinen Recherchen erhielt ich durch seinen Sohn Christian Rode.

Christian Rode wurde am 20. Juli 1936 in Groß Borstel geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Köppenstraße. Nach Beendigung der Schule sollte er eine kaufmännische Ausbildung beginnen. Doch schnell stellte Christian fest, dieser Beruf war nichts für ihn. Er brach die Lehre kurz entschlossen ab, um eine Theaterlaufbahn in Angriff zu nehmen.

Bei Gustaf Gründgens (1899-1963), dem genialen Schauspieler, Regisseur und Intendanten, begann seine Ausbildung auf den Brettern, die die Welt bedeuten, in der Kirchenallee. Danach konnten Theaterbesucher sein Können an vielen Schauspielhäusern des Landes genießen, am Ende der Karriere im Schillertheater in Berlin.

Sprache stand für Christian Rode im Mittelpunkt und sein Interesse galt außer dem Theater ebenfalls der Synchronisation von Film- und Fernsehstreifen. So lieh er beispielsweise Paul Henried (1908-1992), der den Victor Lászlò im Kultfilm „Casablanca“ darstellte, seine deutsche Stimme. Die großen Erfolge in beiden Metiers veranlaßten ihn zur Gründung einer Schauspiel- und Sprecherschule in Berlin, in der er mit Hingabe seine Erfahrungen an junge Menschen weitergeben konnte, und an der er bis zum letzten Tag tätig war.

Am 15. Februar 2018 verstarb Christian Rode plötzlich an Herzversagen. Meine Gedanken sind bei einem verstorbenen Groß Borsteler Bürger und Künstler, der die Wurzeln zum Stadtteil nie gekappt hat.

Dr. Birgit Pflugmacher

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