Das sind schon beeindruckende Zahlen: Seit fünf Jahren organisieren wir jeden Mittwoch die Lebensmittelausgabe im „Café Begegnung“ auf dem Gelände der Heilsarmee in der Borsteler Chaussee, das sind seit April 2013 mehr als 250 Ausgabetermine.

Weit mehr als 100 Tonnen Lebensmittel haben wir seitdem an bedürftige Menschen aus Groß Borstel und Umgebung ausgegeben. Die Lebensmittel stammen von der Hamburger Tafel, aber auch von Einzelhändlern in der Nachbarschaft, denen allen ein großes und herzliches Dankeschön gebührt. Unsere Tätigkeit kann natürlich nicht staatliche Aufgaben der Versorgung Bedürftiger ersetzen, aber unsere Lebensmittelausgabe unterstützt und hilft immer mehr Menschen aus unserer Nachbarschaft, über die Runden zu kommen. Es sind über 500 Personen, die wir erreichen, bei 100 bis 120 Kunden wöchentlich, und die Warteliste wird immer länger. Unsere Kundschaft ist bunt und teilweise gut bekannt, einige kommen schon seit Jahren zur Ausgabestelle. Das spricht vielleicht für uns, das spricht aber vor allem dafür, dass die prekären Lebensumstände, in denen viele leben müssen, sich nicht verbessern. Unter den Gästen gibt es wohnungslose Menschen, langzeiterkrankte Menschen, Geflüchtete (aus sog. Folgeeinrichtungen), Rentner und Rentnerinnen, Familien mit Kindern, Singles, Paare, aus dem Erwerbsprozess Herausgefallene. Alle eint der Umstand, dass das Geld für den Lebensunterhalt knapp ist, häufig zu knapp, so dass der Borsteler Tisch sehr willkommen und hilfreich ist. Und nicht zuletzt tragen wir dazu bei, die Lebensmittelvernichtung ein klein wenig zu reduzieren.

Etwa 30 MitarbeiterInnen sind in den letzten 5 Jahren über 10.000 Stunden lang ehrenamtlich für den Borsteler Tisch tätig gewesen, mit hohem Engagement und Einsatz, mit Spaß und Ernst, immer mit dem Gefühl, eine sinnvolle und wichtige Tätigkeit auszuüben. Klare Regeln und eine ausgefeilte Organisationsstruktur sind Garant für reibungslose Abläufe. Ärgerliche Augenblicke kommen natürlich auch vor, wäre ja verwunderlich, doch es gibt zum Beispiel keine Drängelei, und es ärgert auch uns, wenn wir zum Beispiel keine Sanitärartikel oder Grundnahrungsmittel wie Reis und Kartoffeln anbieten können. Wenn uns dann auf einer Karte oder auch mündlich Gäste danken, ist das eine schöne Bestätigung für unseren Einsatz.

Nicht alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sind bei der Lebensmittelausgabe eingesetzt. Eine Gruppe kümmert sich um die Kleiderkammer, die von den Kunden gerne in Anspruch genommen wird. Und einmal im Monat wird eine kostenlose Rechtsberatung angeboten.

All das wäre ohne die Heilsarmee nicht möglich. Sie bietet den rechtlichen Rahmen, sie leistet logistische und tatkräftige Unterstützung, stellt ihre Räumlichkeiten, ihren Fuhrpark zur Verfügung und steht personell hinter uns.

Und nun also das 5-jährige Jubiläum. Grund zu feiern? Nein. Eher Grund, innezuhalten und zu fragen, wie lange noch in unserer reichen Gesellschaft Einrichtungen wie der Borsteler Tisch notwendig sind. Und doch: ja, 5 Jahre Borsteler Tisch sind ein starkes Zeichen für das ehrenamtliche Engagement in Groß Borstel. Das gilt es zu feiern.

Am 4. April ist wieder Ausgabetag. Aus Anlass des Jubiläums wird die Kochgruppe von Bewohnern des Jakob-Junker-Hauses für alle Gäste eine kräftige Suppe kochen.

Finanzielle oder auch materielle Unterstützung des Borsteler Tisches ist immer willkommen. Kontakt über Frau Maren Siewert, Jakob-Junker-Haus, Borsteler Chaussee 23, 22453 Hamburg. Tel.: 040/514 314 12. Spendenkonto: IBAN: DE44 2019 0003 0080 1050 09. Hamburger Bank. Kontoinhaber: Heilsarmee Jakob-Junker-Haus. Verwendungszweck: Borsteler Tisch.

Wolf Lüders