TÄTIGKEITSBERICHT DES VORSTANDES

Liebe Mitglieder des Kommunalvereins,
liebe Borsteler,
als vor zwei Jahren ein/e neue/r 1. Vorsitzende/r gesucht wurde, fand sich kein Kandidat. Nach drei Brainstorming-Runden mit Akteuren aus dem ganzen Stadtteil war auch klar, warum: Keiner wollte die umfangreiche Arbeit mehr oder weniger im Alleingang auf sich nehmen! Das Fazit war: Es müsste mehr echte Teamarbeit entstehen, um die Aufgaben besser zu verteilen. Und außerdem: Probleme, Themen und Anregungen aus der Mitgliedschaft oder von Institutionen können nur dann angegangen werden, wenn sich jemand findet, der diese verantwortlich bearbeiten will und dazu gegebenenfalls eine Arbeitsgruppe bildet. Sonst bleibt das Thema leider unbearbeitet.

Da ich mich als Moderatorin der Gesprächsrunden an der Problembeschreibung und einer möglichen Lösung beteiligt hatte, wurde ich sanft gedrängt, diese doch auch umzusetzen. Und genau dies haben wir im Vorstandsteam in den letzten zwei Jahren getan. Dieser Prozess verlief, wie alle grundsätzlichen Veränderungen, bei denen Menschen beteiligt sind, sehr dynamisch und lebendig. Für manchen war es ungewohnt, mehr Verantwortung und Eigeninitiative zu übernehmen. Aber diese Art der Zusammenarbeit hat auch dazu geführt, dass wir enger zusammengewachsen sind, dass die Arbeit mehr Spaß macht und sich neue und zum Teil jüngere Menschen dem Vorstand angeschlossen haben.

Kommunale Angelegenheiten: Hier sind die Baugebiete Tarpenbeker Ufer, Petersen Park und Op de Deel sowie die Wohn-unterkunft Papenreye mit einem Bevölkerungszuwachs von insgesamt fast 4000 neuen Bewohnern ein Arbeitsfeld, welches dauerhaft einen hohen Einsatz erfordert. Auf jeder Mitgliederversammlung haben ich oder Uwe Schröder über die Fortschritte und Probleme berichtet. Viele Gespräche über die Umsetzung für die soziale und verkehrliche Infrastruktur wurden und werden in Arbeitsgruppen mit den Bauträgern, der Bezirksverwaltung und der Politik geführt. In fast jedem Groß Borsteler Boten wurde dazu berichtet.

Parallel nimmt die Aufwertung und Gestaltung vom Ortskern Groß Borstel einen großen Raum ein. Hier haben wir zusammen mit Otto Wulff eine Unternehmerinitiative initiiert und die Moderne Schule Hamburg (MSH) einbezogen: Die Schüler der 11. Klasse haben in Zusammenarbeit mit der von Otto Wulff beauftragten Kommunikationsagentur Konsalt eine Erhebung und Kartierung des Einkaufs-, Dienstleistungs- und Gastronomiestandortes Borsteler Chaussee und angrenzende Straßen vorgenommen. Wir hatten in den letzten zwei Jahren die Schließung der HASPA, und haben zumindest erreicht, dass es einen Raum mit Geldautomat und Kontodrucker gibt.

Es wurde bekannt, dass Aldi schließen würde. Dieses konnte mit Unterstützung des Bezirksamtes abgewehrt werden. Die Eröffnung der Bäckerei Junge mit einem schönen Café hat der Mitte von Groß Borstel gut getan.

Unsere Bemühungen und unser praktisches Engagement, immer wieder auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass in Groß Borstel investiert werden muss, sind bei der Bezirksverwaltung angekommen. Auch hierbei werden wir inzwischen von allen Parteien unterstützt. Die konkreten Pläne werden auf der Mitgliederversammlung am 10. April 2019 vorgestellt. Yvonne Nische, Dezernentin für Soziales, Jugend und Gesundheit, wird die kurz- und mittelfristigen Planungen für die Infrastruktur Groß Borstels darstellen. Außerdem erläutern Vertreter von Fördern & Wohnen das Konzept der Wohnunterkunft Papenreye und stehen für alle Fragen zur Verfügung.

Der Groß Borsteler Bote: Kommunikation ist die Grundlage von Beziehungen. Der Bote hat in der bald 130-jährigen Geschichte des Kommunalvereins und des gesamten Stadtteils eine ganz wichtige Funktion. Außerdem wird die regelmäßige Thematisierung von Problemen und Vorschlägen für ihre Lösungen in der Verwaltung und bei den politischen Parteien intensiv wahrgenommen.

Nach 30 Jahren war daher auch beim Boten eine Veränderung angesagt. Dieser Prozess, der noch mit Traute Matthes-Walk zusammen begonnen wurde, hat viel Zeit und Kraft verlangt, da auch hier immer wieder der gesamte Vorstand in den Diskussionsprozess eingebunden war. Naturgemäß gab es auch Stimmen aus Groß Borstel, die lieber alles beim Alten belassen hätten. Aber es gibt inzwischen so viele positive Rückmeldungen aus der Leserschaft und von den Anzeigenkunden, dass wir sicher sind, den richtigen Weg beschritten zu haben. Für den Kommunalverein koordiniert Uwe Schröder die Redaktion, der Verlag wird von ihm zusammen mit dem Kommunikationsdesigner Martin Boettcher betrieben.

Das Internet: Immer mehr Menschen informieren sich inzwischen über Internet und kommunizieren über Facebook. Das ist auch bei uns nicht anders. Über die Webseite des Kommunalvereins wird der Bote eingestellt, werden einzelne Artikel dargestellt und alle Veranstaltungen auch der Freunde des Stavenhagenhauses und von St. Peter bekannt gemacht. Während Tom Janocha als Webmaster alle technischen Belange im digitalen Bereich steuert, hat Tabea Bienasch inzwischen die Aufgabe des Content Managers von Hanne Kalla übernommen, d.h. sie stellt alle Inhalte ins Netz.

Familientage und KuKuK: Auch bei dem Programm Kultur und Kurzweil für Kinder (KuKuK), welches seit 2007 vom Kommunalverein mit Förderung durch die Bezirksversammlung im Winterhalbjahr angeboten wird, stand im Raum: weitermachen oder beenden?

Zusammen mit Birgit Pflugmacher und dem KuKuK-Team Evelyn Staske und Jennifer Okroy habe ich eine engere Zusammenarbeit mit dem Kinderforum der Carl-Götze-Schule, der MSH, der Kita Elbkinder, der Kita St. Peter initiiert, die inzwischen sehr kreativ und produktiv läuft. Birgit Pflugmacher betreut das Projekt verantwortlich für den KV-Vorstand und stellt auch die Anträge für die Zuschüsse durch die Bezirksversammlung.

Im Rahmen von KuKuK veranstalten wir außerdem seit September 2017 jährlich zwei Familientage im Stavenhagenhaus und bei gutem Wetter im wunderschönen Garten: Stormy der Indianer war mit seinem Tipi und vielen Trommeln 2017 da, der Zauberer Nico brachte vor einem Jahr gut 80 Kinder und ihre Eltern zu Begeisterungsstürmen, das Mittelalter mit Rittern, Hexen und Spielleuten veranstaltete Kämpfe und Gesänge im September 2018 und am 24. Februar 2019 kommt der Mitmachzirkus Renz ins Stavenhagenhaus.

Das Stadtteilfest ist jedes Jahr ein Höhepunkt für Groß und Klein: Neben einem nicht-kommerziellen Flohmarkt, der von Groß Borstelern und auch Nachbarn aus Alsterdorf und Eppendorf belegt wird, gibt es im Herbstschen Park immer ein Kinderfest. Hierfür haben wir erstmalig einen Zuschuss aus den Sondermitteln der Bezirksversammlung beantragt. Der Spielepass und die Gewinne für die Kinder werden von den Freunden des Stavenhagenhaus organisiert, Ute Haßforther vom KV-Vorstand und Hildegard Steiner sind hier auch eingebunden.

Der Zulauf zum Flohmarkt ist inzwischen so groß, dass der gesamte Schrödersweg im letzten Jahr dazu genommen wurde. Alle Kitas und Schulen sind vertreten, die Feuerwehr, die Sportvereine und, und, und … Und auf dem Gelände von St. Peter bietet die Gemeinde leckeres Essen an und Ponyreiten. Vom KV-Vorstand hat Uwe Schröder in den letzten Jahren die Organisation von Flohmarkt und Kinderfest übernommen. Er wird dieses Jahr aber entlastet werden von Kornelia Anders, die seit einiger Zeit im Vorstand mitarbeitet. Die praktischen Aufbauarbeiten, Kennzeichnen der Stände, Verkehrsschilder aufstellen, Straßensperrungen etc. werden von vielen Vorstandsmitgliedern ausgeführt, inzwischen tatkräftig unterstützt von den Freunden des Stavenhagenhauses, der Kirche und engagierten Bürgern. Fürs leibliche Wohl sorgen vor allem Susanne und Michael Koch.

Tanzparty: Zwischen Stadtteilfest, Familientag im September und dem Adventsmarkt wird Anfang November das Tanzbein im Stavenhagenhaus geschwungen. Ein fester Kern Tanzbegeisterter kommt hier jedes Jahr zur Musik von DJ Ulli Pfarr zusammen. Das ist Kult! Erik Offel und Ute Haßforter organisieren diese Veranstaltung.

Der Adventsmarkt im Stavenhagenhaus am 1. Advent ist immer ein beliebter Treffpunkt, um die gemütliche Weihnachtszeit einzuläuten. Neben dem Weihnachtsmann, der traditionell mit „Ho Ho Ho“ die Glocke schwingt und die Kinder aus dem Geschenkesack etwas aussuchen lässt, erfreut uns inzwischen ein junger Pianist von der Musikhochschule mit weihnachtlicher Musik am Flügel. Die Aussteller des Adventsmarktes hat bisher Andrea Vagts organisiert.

Verkehrsgruppe: Tempo 30 auf der Borsteler Chaussee, vor allem vor den Schulen, ist eine Forderung, die von der Mitgliederversammlung zuletzt im September 2017 beschlossen wurde. Außerdem die Forderung an den Senat, die Gebühren von 365 Euro pro Antrag auf Überprüfung zu streichen, wie in den meisten Städten in Deutschland. Bisher leider Fehlanzeige. Auch die Veranstaltung im März 2018 zur Planung des ÖPNV in Groß Borstel hatte eine große Beteiligung der Bürger und Forderung nach engerer Taktung des Busverkehrs. Dieses Thema ist ebenfalls noch nicht positiv entschieden, aber zumindest durch hartnäckige Berichterstattung im Boten auch bei Politik und Verwaltung angekommen. Vorstandsmitglied Thomas Spich ist Ansprechpartner für diesen Bereich.

Neben dem Bodenverkehr war auch der Luftverkehr häufiger Thema bei Mitgliederversammlungen und in Artikeln im Boten, denn Groß Borstel ist als Flughafenanlieger vom wachsenden Fluglärm und den Emissionen betroffen. Dies betrifft auch die unzureichende Nachtruhe, da Verspätungsflüge oft bis nach 23 Uhr und schon ab 6 Uhr wieder starten und landen. Ansprechpartner sind hier Ulrike Zeising und Uwe Schröder.

Die Mitgliederversammlungen: Elfmal im Jahr treffen wir uns im Stavenhagenhaus, immer am zweiten Mittwoch im Monat. Dort berichten wir über die anstehenden Themen, dort findet eine lebendige Diskussion statt, dort fassen wir Beschlüsse, die vom Vorstand weiter getragen werden. In der Regel leite und moderiere ich die Versammlungen, aber auch Birgit Pflugmacher, Ulrike Tietz, Tom Janocha und Uwe Schröder übernehmen diese Aufgabe bei Bedarf. Nach jeder Mitgliederversammlung findet ein Themenabend oder etwas kulturell Erbauliches statt. Das Programm für jedes Jahr neu zu gestalten, ist eine nicht unerhebliche Leistung, an der praktisch alle Mitglieder des Vorstandes beteiligt sind. Die Koordination der Planungen inklusive der Absprachen mit dem Ehepaar Koch bezüglich der Raumplanung und etwaigen Bewirtung leistet Gabi Hafer. Sie hält als 1. Schatzmeisterin auch ein scharfes Auge auf die Finanzen und hat die elektronische Buchhaltung im Griff. Außerdem weiss sie fast alles… Auch für diese monatlichen Veranstaltungen haben wir Sondermittel „Stadtteilkultur“ der Bezirksversammlung beantragt.

Die Schriftführerinnen: Ulrike Tietz und Jana Wolfram führen Protokoll bei jeder monatlichen Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung. Da die MV Protokolle traditionell auch im Boten abgedruckt werden, ist hier einerseits besondere Sorgfalt erforderlich bei gleichzeitiger Schnelligkeit. Denn jeweils kurz nach den Mitgliederversammlungen ist Redaktions-schluss beim Boten …

Jana Wolfram ist auch Ansprechpartnerin für den Bücherschrank, der bei St. Peter einen Platz gefunden hat.

Die Mitglieder: Mit rund 1000 Mitgliedern bei 8500 Bewohnern ist der Kommunalverein der größte und aktivste Bürgerverein in Hamburg. Seit gefühlten Jahrzehnten kümmert sich Monika Scherf um die Mitgliederverwaltung, denn Menschen kommen neu dazu, andere ziehen weg aus Groß Borstel oder deren Leben geht zu Ende. So gibt es immer eine natürliche Fluktuation, die bearbeitet werden muss. Darüber hinaus ist Monika Scherf täglich mit dem Fahrrad unterwegs, um in abgelegenen Gegenden den Boten zuzustellen, Plakate für unsere Veranstaltungen zu platzieren und säumige Beitragszahler mit einem handgeschriebenen Zettel an ihre Pflichten zu erinnern! Und was Monika Scherf – und ihr Ehemann Horst Scherf – über Vorkommnisse im KV und in Groß Borstel nicht wissen, das hat es nicht gegeben! Ein großes Dankeschön für so viel Zuverlässigkeit und Engagement!

Nach diesem Rückblick über zwei Jahre Vorstandsarbeit bleibt mir an dieser Stelle nur das Fazit: Erstens: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! und Zweitens: Zusammen ist man weniger allein!

  1. Februar 2019
    Ulrike Zeising