Die Freunde des Stavenhagenhauses präsentieren am 14. Mai das Lisa Wulff Quartett. Beginn 20 Uhr in der Frustbergstraße 4. 

Ensemble: Lisa-Rebecca Wulff, Bass und Sopranbass; Adrian Hanack, Tenorsaxofon und Flöte; Martin Terens, Klavier und E-Piano; Silvan Strauss, Schlagzeug

Lisa Wulff gehört zu den Hoffnungsträgern der jungen, modernen Jazzgeneration. Mit ihren vielschichtigen, stimmungsvollen Kompositionen bringt die Hamburger Bassistin frischen Wind ins Genre. Musikalische Berührungsängste sind ihr gänzlich fremd. Nach ihrem vielbeachteten Debüt-Album „Encounters“ legt Wulff mit ihrem Quartett nun den Nachfolger „Wondrous Strange“ vor (am 24. April im Stage Club Hamburg vorgestellt). Darauf zeigt das Ensemble eindrucksvoll, dass es in den vergangenen Monaten zu einer festen Einheit zusammen-gewachsen ist. 

Der ohrenscheinlichste Unterschied zum Debüt-Album: neben ihrem Kontrabass setzt Wulff auf Stücken wie „In my Head“ oder „Far Beyond your Eyes“ einen Sopran Bass ein. Eine viersaitige, elektrische Bassgitarre, die eine Oktave höher gestimmt ist und seiner Spielerin ein deutlich größeres Klangspektrum – zwischen Gitarre und Bass – an die Hand gibt. „Teilweise setze ich einen sogenannten Oktaver ein. Ein Effektgerät, das die Töne doppelt und dadurch ähnlich wie ein Keyboard klingt. Das ist eine große Inspirationsquelle für mich, da es mir nicht nur breitere Ausdrucksmöglichkeiten bietet, sondern mich auch spielerisch fordert. Mit dem Sopran Bass begebe ich mich jedes Mal auf eine Art Entdeckungsgreise“, erklärt Wulff. 

Wie ihre Bandkollegen spielt auch sie in diversen Ensembles. 2017 tourte Wulff unter anderem mit Nils Landgren und Wolfgang Haffner und sie nahm ein Album mit Jazz-Legende Rolf Kühn auf. In ihrem Quartett hat sie eigenwillige Musiker versammelt, die es vortrefflich verstehen, ihren Kompositionen die richtigen Farben zu verleihen. An die Rolle als Bandleaderin musste sie sich – vor allem auf der Bühne – dabei erst gewöhnen. „Bassisten machen keine Ansagen, sie werden angesagt, pflegte einer meiner Lehrmeister, Detlev Beier, stets zu sagen“, schmunzelt Wulff. Doch ihre Bandkollegen Adrian Hanack (Tenorsaxofon, Flöte), Martin Terens (Klavier, E-Piano) und Silvan Strauß (Schlagzeug) machten es ihr leicht, in diese Rolle hinein zu wachsen. Zumal sie sich ohnehin mehr als Prima inter pares sieht, was ihre Spielgefährten zu schätzen wissen. „Das lässt eine schöne Rolle als Sideman zu, der weniger die Aufgabe hat, Notenmaterial zu interpretieren, als aus den Improvisationsgrundlagen Neues zu erschaffen“, erläutert Drummer Silvan Strauß und ergänzt: „Lisas Stücke haben viele Winkel und Geheimgänge, die man sich nach und nach erschließt. Dabei lässt sie es uns offen, ihre Stücke zu formen und zu verformen. Das finde ich sehr mutig und funktioniert natürlich nur, wenn man sich blind vertraut.“

Percy Stratmann

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