Was für ein Jahr, dieses Jahr 2016. Es erinnert mich an den Witz: Der Herr sprach: „Lächele, denn es hätte schlimmer kommen können!“ Ich lächelte – und es kam schlimmer!

Anfang des Jahres mussten wir uns noch wehren gegen die im November 2015 bekanntgewordene Planung des Senats von einer weiteren Zentralen Erstaufnahme für bis zu 1400 Flüchtlinge im historischen Pehmöllers Garten. Schon im März erschütterte zusätzlich die Nachricht von der Schließung unserer ALDI-Filiale zum 31. März 2016 und Ende Oktober schockierte schließlich die für Ende September 2017 geplante Schließung unserer Haspa-Filiale, der letzten Bank im Stadtteil. Die Postbank hatte vor fast genau 10 Jahren bereits die hiesige Filiale geschlossen. Die Nachrichten lösten einen Sturm der Entrüstung und von Ängsten aus, die bis heute anhalten.

Doch wo Schatten ist muss es auch Licht geben, und das war in der Tat so. Mit der Vortrags- und Konzertveranstaltung zu den in Groß Borstel geborenen Künstlern Gert Marcus und Ingolf Dahl am 29. Mai 2016 und der Vortragsveranstaltung zum 60. Todestag des Groß Borsteler Malers Friedrich Schaper in der Haspa am 10.11.2016 haben wir zwei außergewöhnliche Höhepunkte erlebt, die sich thematisch und vom Ablauf deutlich von den üblichen und gewohnten Aktivitäten abhoben und auf große Begeisterung und breite Unterstützung über den Stadtteil hinaus fanden. In Zusammenhang mit den vielen, zur guten Tradition gewordenen, regelmäßigen Veranstaltungen und Aktivitäten dürfen wir mit Fug und Recht auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken, in dem die zweifellos schockierenden Nachrichten gleichzeitig ungewöhnlich starkes und breitgefächertes Engagement zur Abwehr der Risiken ausgelöst und ein neues „Wir-Gefühl“ erzeugt haben.

Nach diesem, meinem etwas emotionalen Gesamteindruck sollen nun die aus meiner Sicht wesentlichen Ereignisse des letzten Jahres in Erinnerung gerufen werden. Die Aufstellung wird mit Sicherheit nicht vollständig sein; und das muss auch nicht sein, da ausführliche Berichte im Boten und auf unserer Website übers Jahr erschienen sind.

Kommunale Themen

Die seitens der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) geplante Flüchtlings-unterbringung in Pehmöllers Garten mit bis zu 1400 Erstaufnahme-Plätzen konnte im Laufe des Jahres nur mühsam, mit erheblichem Aufwand und mit Unterstützung durch unseren Bezirksamtsleiter, Herrn H. Rösler, zu einer Folgeunterkunft mit 400 Plätzen abgeändert werden. Dabei sollen nur 300 Plätze mit neuen Flüchtlingen belegt werden und die restlichen 100 Plätze zur Aufnahme der Flüchtlinge aus der zur Schließung vorgesehenen Unterkunft BCH 299 dienen. Die Inbetriebnahme soll 2018 erfolgen. Mit Schreiben vom 9.11.2016 wird in diesem Zusammenhang auch die Wiederherstellung der seit Jahren verwilderten Grünanlage von „Pehmöllers Garten“ als öffentlicher Park zugesichert. Eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans wird vorgenommen und die Fläche geht in die Zuständigkeit des Bezirksamts HH-Nord über. Dank der rückläufigen Zahlen neuer Flüchtlinge sollen die für den Umbau der Zentralen Erstaufnahme Sportallee errichteten 500 Ersatzplätze Heselstücken nicht wieder neu belegt werden.

Zum Bauprojekt Tarpenbeker Ufer fanden 2016 insgesamt drei Sitzungen des zur Bürgerbeteiligung eingerichteten Begleitgremiums statt, in denen über die jeweils aktuellen Projektentwicklungsstände informiert und diskutiert wurde. Die Ergebnisprotokolle sind im Internet unter http://www.grossborstel-tarpenbek.de/downloads/ abrufbar und auch im Groß-Borsteler-Boten wurde und wird entsprechend berichtet. Bisherige Schwerpunkte waren bauvorbereitende Maßnahmen, wie die Verlagerung der Kleingärten, Rodungsarbeiten, Altlastensanierung, Anlegen einer provisorischen Erschließungsstraße, Planung des Lärmschutzwalls und der Tarpenbek-Brücke sowie Planung der östlich des geplanten Parks gelegenen Baufelder 8,9 und 10, die inzwischen alle genehmigt sein dürften und mit deren Bau begonnen wird (siehe Bericht von U. Schröder, Borsteler Bote Februar 2017, Seite 16).
Die engen Grenzen einer konkreten Bürgerbeteiligung wurden am Beispiel der von uns
angeregten Diskussion der als problematisch erachteten Verkehrsanbindung des gesamten Baugebiets mit nur einer Sackgasse deutlich. Der akribisch ausgeplante Vorschlag von Architekt Henning Matthes, sich zumindest die Option für eine zweite Verkehrsanbindung östlich des Sportplatzes zum Neubaugebiet Tarpenbeker Ufer nicht zu verbauen, fand zwar bei vielen Bürgern, in der Stadtteilkonferenz und beim Kommunal-Verein Zustimmung, nicht aber bei der Sitzung des Begleitgremiums am 18.4.2016. Dies führte zu einer ersten großen Verstimmung im Begleitgremium, die nur mühsam in mehreren Gesprächen beigelegt werden konnte – mit der Erkenntnis, dass Fa. Otto Wulff hier mit Problemen konfrontiert wurde, die von Politik und Verwaltung im Abwägungsprozess anders bewertet wurden und deren Änderung zwar nach wie vor aus Sicht der Anwohner wünschenswert aber zum aktuellen Zeitpunkt von keinem der Verantwortlichen nochmals aufgegriffen würden. Begründung: Notfalls könnte immer noch irgendeine Lösung gefunden werden! Erfolgreicher verlief die Einflussnahme auf die Namensgebung der neuen Erschließungsstraße. Mit Unterstützung der SPD, der GRÜNEN, der LINKEN und der FDP wurde sowohl im Begleitgremium als auch im Regionalausschuss am 5.12.2016 der Name „Gert-Marcus-Straße“ beschlossen und der Verbindungsweg über die Tarpenbek zum Brödermannsweg wird „Anni-Glissman-Weg“ benannt. In beiden Fällen sollen in Groß Borstel geborene bzw. damals wirkende und vom Nationalsozialismus verfolgte Künstler geehrt werden.

Die im Oktober 2015 gegründete Arbeitsgruppe „Stadtteilpflege“ unter Leitung von C. Stöter musste sehr schnell die Grenzen einer Koordination von selbst für Insider verwirrender Zuständigkeiten verschiedener Behörden erkennen und sah die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für die weitere Arbeit neu zu regeln. Dazu wurden auch Gespräche mit dem Leiter des Bezirksamts, Herrn H. Rösler geführt, der sich persönlich für eine Fortsetzung der AG Stadtteilpflege als Pilotprojekt für erfolgreiche Stadtteilpflege in einem überschaubaren, kleineren Stadtteil einsetzt. Am 05.12.2016 fand mit ihm eine entsprechende Begehung statt, bei der allen bewusst wurde, dass im bisherigen System keine vernünftige Pflege der Straßen, der Rad- und Fußwege sowie von Grünflächen und Straßenbegleitgrün möglich ist. Herr H. Rösler möchte in Groß Borstel beispielhaft die Möglichkeiten einer Grundreinigung von Straßen, Geh- und Radwegen sowie Grünflächen in Zusammenarbeit mit allen zuständigen Behörden und den Anwohnern erproben. Dazu will er die Innen- und Umweltbehörden anschreiben, um mit deren Unterstützung im Frühjahr 2017 mit der AG Stadtteilpflege das konkrete Vorgehen abzustimmen.

Die am Anfang März bekannt gewordene Schließung unserer Aldi-Filiale zum 31. März 2016 schlug Wellen nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bis in viele Ebenen von Politik und Verwaltung. So konnte von Herrn H. Rösler der Termin zunächst bis zum 31. Juni 2016 verschoben werden und wurde wenig später völlig ausgesetzt, um in Ruhe alle Möglichkeiten des langfristigen Erhalts im Stadtteil prüfen zu können. Dieser Prozess sei derzeit auf gutem Wege.

Auch die durch eine Indiskretion Ende Oktober vorzeitig bekanntgewordene Absicht, unsere Haspa-Filiale zum 30.9.2017 zu schließen, stößt nicht nur bei den direkt betroffenen Kunden auf Unverständnis und Ablehnung, sondern auch bei den politischen Parteien, den Geschäftsleuten, den hier agierenden Institutionen wie der Kirchengemeinde St. Peter, dem BHH Sozialkontor, der Heilsarmee mit dem Jakob-Junker-Haus, den Schulen, dem Sportverein TSV 08 Groß Borstel und dem Kommunal-Verein. Ein entsprechendes Protestschreiben wurde vom KV an den Sprecher des Vorstands, Herrn Dr. H. Vogelsang, geschickt. Mehrere Gespräche mit verschiedenen Führungskräften unterhalb der Vorstandsebene ließen so gut wie keine Kompromissbereitschaft hinsichtlich des Erhalts einer verkleinerten Filiale bzw. des Termins der geplanten Schließung erkennen. Die Einladung des KV, die Hintergründe der erforderlichen Schließung unserer Filiale in einer öffentlichen Veranstaltung hier vor Ort zu erläutern und zu diskutieren, wurde von Herrn D. Scheffer, Regionalleiter Haspa HH-Nord, abgelehnt. Mit zwei Mahnwachen am 24.11. und am 1.12.2016 haben insgesamt etwa 250 Groß Borsteler Bürgerinnen und Bürger mit roten Zuglaternen und Plakaten vor der Filiale für deren Erhalt protestiert. Mit gleicher Zielsetzung wurden in den benachbarten Geschäften bereits 2000 Unterschriften gesammelt und auch Bezirksamtsleiter H. Rösler hat sich wieder eingeschaltet und konnte am 15.12.2016 noch ein erstes Gespräch mit der im Vorstand für Privatkunden zuständigen Frau B. Poullain führen. Das Ergebnis ist leider nicht so erfolgreich wie bei der Aldi-Filiale, aber es wird ein weiteres Gespräch am 20. Januar 2017 geben, bei dem kreative Ideen zum Erhalt wesentlicher Finanzdienstleistungen erörtert werden sollen.

Veranstaltungen

In guter alter Tradition haben wir wieder neun unserer elf Mitgliederversammlungen um einen zweiten, unterhaltsamen Teil angereichert. Von den Erzählkünstlerinnen Jessica & Nicole Stellbrink hörten wir „Neues zum Neujahr“, der Biologe Dr. Hans-H. Poppendieck zeigte uns, dass verwilderte Frühlingsblumen, sog. „Stinzen“ auch in Groß Borstel zu finden sind und die Historikerin Claudia Weiss entführte uns mit Ihrem dritten Roman „Die Rattenfängerin“ in das von Pest heimgesuchte Hamburg Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Duo Wave Traffic mit Alberto an der Gitarre debütierte mit teilweise eigenen Kompositionen; argentinischer Tango, vorgetragen von den international bekannten Künstlern Aneta Pajek und Caio Rodriguez, wurde mit Begeisterung aufgenommen ebenso wie die Lesung des als „Kuhstallpoet“ bekannten Bauern und Autors Matthias Stührwoldt oder die von und mit Jutta Hoppe vorgetragene poetisch-musikalische Lebensreise des Joachim Ringelnatz. Der 19-jährige und mehrfach preisgekrönte Zauberer ARONAX versetzte sein Publikum mit jugendlichem Charme und verblüffenden Tricks in ungläubiges Staunen, und die Hamburger Autorin Simone Buchholz verriet mit einer Lesung aus ihrem neuen Krimi „Blaue Nacht“, dass zwei bis acht Bierchen durchaus zur Lösung schwieriger Fälle beitragen können.

Unabhängig von den Mitgliederversammlungen konnten die zur guten Tradition zählenden Veranstaltungen, wie das Schwarz-Weisse Dinner am 18.6., das Stadtteilfest am 18.9., die Tanzparty am 5.11. und der Adventsmarkt am 27.11. mit gutem Erfolg durchgeführt werden. Das ist insbesondere beim Adventsmarkt höchst erfreulich, da sich im Vorjahr unerwartet wenig Aussteller angemeldet hatten und auch in diesem Jahr die Anmeldungen zunächst sehr zögerlich erfolgten. Umso erfreulicher, dass die engagierte persönliche Werbung durch die Organisatorinnen von solchem Erfolg gekrönt wurde.

Seit Oktober 2007 betreut der Kommunal-Verein in Groß Borstel gemeinsam mit der Kirchengemeinde St. Peter und der Carl-Götze-Schule das Kinderprogramm Kultur und Kurzweil für Kinder in Groß Borstel, kurz KuKuK genannt. Wir hoffen damit insbesondere jüngere Mütter und Väter auch für unsere Arbeit im Kommunal-Verein begeistern und gewinnen zu können. Wie in den Vorjahren haben Frau Jennifer Okroy und Frau Evelyn Staske ehrenamtlich die Programme für Saison 2016/2017 zusammengestellt, die Veranstaltungen organisiert und für deren reibungslose Durchführung gesorgt. Leider war es – trotz zahlreicher Aufrufe im Boten – bisher nicht möglich, weitere Personen in Groß Borstel zu gewinnen, den Damen unterstützend zur Seite zu stehen. Sehr bedauerlich, denn KuKuK ist bei den Kindern sehr beliebt und ohne zusätzliche Unterstützung wird „KuKuK“ sein „rufen“ einstellen müssen.
Inhaltlich waren außer den bekannten Bereichen Theater, Musizieren sowie Kreativkursen zwei Nachmittage neu im Programm, die das Thema Gewaltprävention in den Mittelpunkt stellten. An Beispielen konnte gezeigt werden, wie Kinder sich bei Gefahren verhalten sollten sowie sie wie und wo Hilfe erhalten können. Ein Höhepunkt war zu Weihnachten ein Märchen aus 1001 Nacht: Aladin und die Wunderlampe. Es soll weiterhin verstärkt auf Kinder in den Kitas und Flüchtlingsunterkünften zugegangen und versucht werden, schon die Kleinsten in das Programm einbeziehen zu können.

Die Teilnehmerzahlen der einzelnen Projekte waren unterschiedlich, doch insgesamt hatten alle Veranstaltungen jeweils einen größeren Zuspruch als in den Jahren zuvor. Durch intensive Werbung lag die Besucherzahl in der Regel im zweistelligen Bereich, woraus sich ableiten lässt, dass das Programm im Stadtteil wieder sehr gut angenommen wurde. Zahlreiche positive Rückmeldungen gaben uns die Kinder sowie die anwesenden Eltern oder Begleitpersonen. Allerdings konnte auch festgestellt werden, dass die Bereitschaft zum Spenden gesunken ist.
Ein großer Dank geht nicht nur an die ehrenamtlichen Helferinnen, sondern ebenfalls an die Carl-Götze-Schule, die ihre Räume zur Verfügung stellte und an das Bezirksamt Hamburg-Nord, Dezernat Soziales, Jugend und Gesundheit, das uns wiederum eine großzügige Summe aus den Projektfördermitteln für Stadtteilkulturarbeit bewilligte.
Bitte unterstützen Sie uns beim Finden neuer Helfer und Helferinnen, um KuKuK auch 2017/2018 fortführen zu können.

Die anfangs bereits erwähnte Veranstaltung über Groß Borstels begnadete Künstler Ingolf Dahl und Gert Marcus, die im Rahmen der Tage des Exils im Stavenhagenhaus am 29.5.2016 stattfand, hat über unseren Stadtteil hinaus große Beachtung und Anerkennung gefunden. Von der Familie Marcus waren als Zeitzeugen aus Stockholm die Ehefrau von Gert Marcus, Francoise Ribeyrolles-Marcus, sowie Karin und Peter Marcus, die Kinder von Holger Marcus, dem jüngeren Bruder von Ingolf Dahl und Gert Marcus angereist. Sie hatten ein von deren Enkelkindern angefertigtes Video mit einem Interview mit der 1918 ebenfalls in Groß Borstel geborenen Anna Britta, kleine Schwester von Ingolf, Gert und Holger Marcus, mitgebracht. Anna Britta erlebte als 14-jährige die Flucht der Familie aus Groß Borstel. Sie konnte kürzlich ihren 98. Geburtstag feiern und berichtete in dem Video über ihre Erinnerungen an die schöne Zeit in Groß Borstel und ihre große Freude, dass sich Groß Borstel an das Leben und Wirken der Familie erinnert und mit dieser Veranstaltung wieder ins Bewusstsein rückt. Aus dieser Veranstaltung erwuchs nicht zuletzt die Anregung, die neue Erschließungsstraße für das Wohngebiet Tarpenbeker Ufer nach Gert Marcus zu benennen und damit den Namen der Familie Marcus angemessen in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus wird weiterhin intensiv vom Hamburger Klavier-Duo Friederike Haufe und Volker Ahmels das musikalische Wirken von Ingolf Dahl aufgearbeitet und in weitere Veranstaltungen nicht nur hier im Stadtteil einfließen.

Die gemeinsam mit der Haspa und den Freunden des Stavenhagenhauses geplante und durchgeführte Veranstaltung zum 60. Todestag von Friedrich Schaper am 10.11.2016 hatte ihren besonderen Reiz darin, dass viele Informationen und Bilder aus Privatbesitz und aus dem Stadtteil gesammelt werden konnten und damit ein Lichtbilder-Vortrag mit einzigartigem Bezug zu unserem Stadtteil ermöglicht wurde. Ein großer Dank geht an die Besitzer von Schaperwerken, die sie uns bereitwillig zur Verfügung stellten und damit sehr geholfen haben, Schapers Wirken in Groß Borstel nachvollziehen zu können.

Ein weiterer, zu seiner Zeit großer Künstler Groß Borstels verstarb ebenfalls 1956, vor also 60 Jahren; es ist der heute nicht sehr bekannte Bildhauer Hans Glissmann (1894-1956). Er lebte mit seiner Frau Anni – ebenfalls Künstlerin – im Brödermannsweg, also mitten unter den Borstelern. Ab 1933 verfolgt und von der Reichskulturkammer mit Berufsverbot belegt blieb ihm nur die Flucht nach England. Gedemütigt und schwer krank verstarb er im Alter von 62 Jahren in London. Im letzten Oktober-Boten konnten Sie einen Bericht über das Künstlerehepaar Glissmann lesen und dabei Näheres erfahren. In Erinnerung an dieses Groß Borsteler Künstlerehepaar wird der neue Verbindungsweg zwischen dem Wohngebiet Tarpenbeker Ufer und dem Brödermannsweg „Anni-Glissmann-Weg“ benannt werden.

Ein weiteres unerwartetes Ereignis gab es im November 2016. Der Borsteler Maler Paul Storm war 1951 – also von 65 Jahren – in Borstel verstorben. Zu seinem Gedenken schenkte sein Neffe dem Kommunal-Verein vier Bilder. Sie sollen zukünftig im Stavenhagenhaus hängen und an Paul Storm erinnern.

Vereinsinterne Themen

Zwei Jubiläen sind zu erwähnen. Am 1.1.2016 konnte Traute Matthes-Walk ihr 30-jähriges Jubiläum als Herausgeberin des Groß Borsteler Boten feiern, der übrigens 2018 selbst im 100. Jahrgang erscheint. Der offene Singekreis mit Ekkehart Wersich feierte am 25.5.2016 sein 20-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch nochmals, auch an dieser Stelle.
Die Anzahl unserer Mitglieder hat sich von 1027 am 31.12.2015 geringfügig auf 1013 Mitglieder zum 31.12.2016 verringert. Wir konnten erfreulicherweise 36 neue Mitglieder in 2016 begrüßen, verloren aber 34 Mitglieder zumeist durch Fortzug oder aus Altersgründen und weitere 16 Mitglieder sind in 2016 verstorben. Allerdings hat die Bevölkerung in Groß Borstel um etwa 7 % zugenommen und wir konnten bisher nicht im gleichen Maße mitwachsen.
Das vorläufige finanzielle Ergebnis weist für 2016 eine Unterdeckung von etwa 2.600 € aus, da im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger (größere) Spenden eingegangen sind, die Kosten für Veranstaltungen und attraktive Künstler gestiegen sind und unerwartete Ausgaben, wie z.B. für die Mahnwachen zum Erhalt der Haspa aufgetreten sind. Das endgültige Ergebnis wird bei der Jahreshauptversammlung am 8.2.2017 mitgeteilt. Im Vorstand wurden aktuell verschiedene Maßnahmen verabredet, die eine spürbare Verringerung der Veranstaltungskosten in 2017 erwarten lassen.
Bei den Vorstandswahlen im Februar 2016, bei denen die jeweils 2. Positionen neu zu wählen waren, wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Auch wenn sich auf die mehrfachen Aufrufe zur Mitarbeit im Vorstand bei den Mitgliederversammlungen und im Boten niemand gemeldet hat, konnten durch persönliche Ansprache erfreulicherweise doch einige Personen für die Mitarbeit im erweiterten Vorstand gewonnen werden. Nicht zuletzt haben nun auch die in den letzten Monaten teils öffentlichen sog. Brainstorming-Runden zur Zukunft des Kommunal-Vereins zu einer erfreulichen Lösung für eine erfolgreiche Fortsetzung der Vorstandsarbeit geführt.

Großer Dank gilt allen, die mit teilweise außerordentlich großem Engagement das Vereinsleben in seinen vielen Facetten und Aktivitäten geplant, gestaltet, betreut und unterstützt haben. Zu danken ist auch für die finanzielle Unterstützung durch das Bezirksamt Hamburg-Nord, die Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung sowie der Landeszentrale für politische Bildung, ohne die insbesondere die größeren Veranstaltungen nicht möglich gewesen wären.