Jahresrückblick 2007

Jahresrückblicke können nicht detailliert jedes Ereignis der zurückliegenden Monate umfassend darstellen. Deshalb sollen hier nur die Schwerpunkte des vergangenen Jahres skizziert und die zahlreichen weiteren Aktivitäten des Kommunal-Vereins kurz umrissen werden.
Zu den gesetzlich geforderten Regularien eines jeden Vereins gehört die jährliche Hauptversammlung, die bei uns im Februar stattfindet und mit der satzungsgemäßen Wahl der Hälfte der Vorstandsmitglieder und anderer Ämter verbunden ist. Am 14. Februar 2007 kandidierten alle zur Wahl stehenden Amtsträger wieder mit Ausnahme von Hans-Wilhelm Grabau, der sein Amt als 1. Schriftführer auf eigenen Wunsch aufgab, aber weiter im Vorstand tätig blieb. In ihren Ämtern bestätigt wurden Wolf Wieters als 1. Vorsitzender, Horst Scherf als 1. Schatzmeister sowie Hannelore Engel, Hannelore Kalla und Heiner Hinrichsen als Beisitzer/innen. Ebenfalls für zwei Jahre wiedergewählt wurden die Mitglieder des Schlichtungsaussschusses, Hildegard Holzapfel, Dr. Gebhard Kraft und Helmut Vogt, sowie als Rechnungsprüfer für ein Jahr Peter Ruge und Wilhelm Schmage.
Bei der Entwicklung der Mitgliederzahl gab es erneut einen erfreulichen Anstieg: nach 1077 Mitgliedern Ende 2006 waren es 1087 am 31.12.2007. Damit sind 13,6 % aller Groß Borsteler Bürger bei uns organisiert, was dem Verein ein starkes kommunalpolitisches Gewicht verleiht.
Kommunale Angelegenheiten
Wiederum ein Dauerthema des Jahres war die durchgeführte ‘Ertüchtigung’ der Güterumgehungsbahn und die damit zu erwartende starke Steigerung der Lärmbelastung um das Drei- bis Vierfache durch schneller und häufiger fahrende sowie längere Züge. Die Haltung der Deutschen Bahn blieb wie im Vorjahr hartnäckig bis hin zu immer weiter steigenden Forderungen bei der finanziellen Beteiligung der Bürger am Bau von Lärmschutzwänden. Auf Druck der Öffentlichkeit, mobilisiert durch die IG Schienenlärm unter der Leitung unseres Groß Borsteler Mitbürgers Uwe Schröder, dem es auch gelang, Minister Tiefensee für die Belange des Lärmschutzes an der Güterumgehungsbahn zu gewinnen, lenkte die Bahn schließlich ein und gab den Forderungen nach einer Reduzierung der Kostenbelastungen für die Anwohner der Strecke schrittweise nach. Dennoch werden die IG Schienenlärm sowie die Groß Borsteler und die anderen Anwohnerinitiativen auch 2008 gut zu tun haben, um den Lärmschutz an der Güterumgehungsbahn zu erschwinglichen Kosten für die betroffenen Bürger unter Dach und Fach zu bringen.
Ein weiterer Bereich, der den Kommunal-Verein über die Jahre immer wieder beschäftigt, sind Genehmigungen für uns problematisch erscheinendes Gewerbe. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Lokstedt wurde seit Anfang November 2006 ein ‚Basar der Nationen' abgehalten  und sollte mindestens ein Jahr dort stattfinden. Der damit verbundene starke Anstieg des Pkw- und Schwerlastverkehrs führte zu einem Verkehrschaos, außerdem kam es im Umfeld des Marktes zu Vermüllung, Prügeleien und anderen Straftaten. Wiederholte Proteste von Kommunal-Verein und Anwohnerinitiative bei Bezirksamt und Bezirksversammlung  bewirkten dann die Einstellung des Marktes bereits im Mai. – Nicht verhindert werden konnte die Errichtung einer Abraum-Sortieranlage südlich der Papenreye: bei einer vom Kommunal-Verein organisierten Anhörung mussten wir von Behördenvertretern erfahren, dass bei der Erfüllung bestimmter Auflagen die Genehmigung für einen solchen Betrieb weder vom Bezirk noch von der Behörde für Stadtentwicklung versagt werden darf, weil das Gelände dort im Bebauungsplan als Industriegebiet ausgewiesen ist. – Wenig erfreut waren die Groß Borsteler über die Eröffnung einer zweiten Spielhalle an der Borsteler Chaussee. Auf einer Mitgliederversammlung des Kommunal-Vereins erläuterte der Vertreter des Verbraucherschutzamtes die Vorreiterrolle Hamburgs und insbesondere des Bezirks www.Nord bei der Bekämpfung der Spielsucht. In diesem konkreten Fall war der Bezirk aber in zwei Instanzen eines Verwaltungsgerichtsverfahrens mit seiner Absicht gescheitert, eine Genehmigung zu versagen.
Ein herber Schlag traf viele, insbesondere ältere Mitbürger mit der Schließung der Postfiliale an der nördlichen Borsteler Chaussee und ihrer Umwandlung in eine Postagentur im Frischemarkt 300 Meter weiter südlich. Hier werden zwar noch alle normalen Postdienstleistungen angeboten, doch eine Filiale der Postbank gibt es nicht mehr. Zwei Demonstrationen am 18. und 25. Januar beeindruckten die Deutsche Post wenig. Die Regionalbeauftragte äußerte zwar Verständnis für die Wünsche der Groß Borsteler nach Erhalt von Filiale und Bank, betonte jedoch als zentrales Kriterium für die Entscheidung zur Schließung der Filiale den Aspekt der Wirtschaftlichkeit: eine Partneragentur sei eben kostengünstiger. Eine Überprüfung der Postbank Groß Borstel habe ergeben, dass Postbankleistungen in unserem Stadtteil dauerhaft nicht wirtschaftlich erbracht werden könnten.
Erklären lässt sich eine solche Begründung mit der zurückgehenden Bevölkerungszahl Groß Borstels, die auch im Einzelhandel im vergangenen Jahr zu weiteren Geschäftsaufgaben geführt hat. Um hier gegenzusteuern und durch geeignete Maßnahmen nicht nur die Zahl der Einwohner, sondern ganz allgemein die Attraktivität unseres Wohnumfelds zu erhöhen, haben mehrere Groß Borsteler Institutionen im vergangenen Jahr damit begonnen, über aktive Stadtteilentwicklung nachzudenken. Zu diesem Thema haben sich am 19.4.2007 etwa 300 Bürger getroffen und engagiert diskutiert. Danach ist es leider zwischen den Initiatoren und den beteiligten Organisationen zu kontroversen Diskussionen und Positionen gekommen.
Die Initiatoren haben dann aber trotz aller Auseinandersetzungen und Missverständnisse konstruktiv weitergearbeitet und gemeinsam und einvernehmlich Vorstellungen entwickelt, in die sie im neuen Jahr die Bürger Groß Borstels wieder einbinden und zur weiteren Beteiligung und Mitwirkung gewinnen möchten.

Veranstaltungen
Die regelmäßig im zweiten Teil der Mitgliederversammlungen stattfindenden kulturellen Veranstaltungen, die ebenfalls monatlichen Treffen des Literatur- und des Singekreises sowie die Sonderveranstaltungen des Kommunal-Vereins sollen hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden, denn wenn eine genannt wird, müsste über alle etwas gesagt werden. Deshalb sollen sie nur als breites Spektrum an Bildung und Unterhaltung charakterisiert werden, das Lesungen, Kabarett, Vorträge, Musikdarbietungen und Vorträge umfasst. Besondere Erwähnung verdient allerdings das im Herbst dieses Jahres begonnene und bis zum März dauernde Kinder-Kultur-Festival ‚Kukuk' (Kultur und Kurzweil für Kinder) mit Kino, Theater, Lesungen, Malaktion, Fotowettbewerb und weiteren Attraktionen für Kinder und Jugendliche ab drei Jahren. Bemerkenswert ist auch die Bereitschaft vieler Borsteler Bürger, sich bei Veranstaltungen dieser Art – dazu gehört auch das jährliche Stadtteilfest –  als Helfer aktiv zu beteiligen, wofür ihnen an dieser Stelle ausdrücklich gedankt werden soll.  
Neben der Bearbeitung kommunalpolitischer Themen und den eben genannten Aktivitäten gibt es natürlich noch weitere wichtige Bestandteile des Vereinslebens: außer der jährlichen Tanzparty (in diesem Herbst als ‚Winzerfest') und dem jede Vorweihnachtszeit schmückenden Adventsmarkt organisierte der Kommunal-Verein in diesem Jahr Besichtigungen des Flughafens und der Container-Terminals, um auch den an Technik interessierten Bürgern Groß Borstels ein Angebot zu machen.                         Wolf Wieters

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