Hilfsbereitschaft ja – aber bitte mit Vorsicht!

Eine alte Dame kam vormittags vom Einkaufen zurück in ihre Wohnung in einer kleinen Seitenstraße in Groß Borstel. Als sie die Haustür des Mehrfamilienhauses aufgeschlossen hatte, trat ein gut gekleideter, gepflegt aussehender Herr mittleren Alters mit ins Haus. Er grüsste höflich und ging zielstrebig die Treppe zu einer der oberen Wohnungen hoch.

Kurze Zeit später klingelte er bei der älteren Dame und bat um Papier und Stift, da er eine Nachricht für seine Bekannte, die nicht zu Hause sei, hinterlassen wolle. Hilfsbereit gab ihm die Dame das Gewünschte und ließ auch einen Bekannten des Herrn, der sich dazu gesellte, auf die Toilette.

 

Nachdem sich die beiden Männer herzlich für die Hilfe bedankt hatten, verließen sie die Wohnung. Zu ihrem großen Entsetzen bemerkten die ältere Dame und ihre Schwester, die auch in der Wohnung weilte, kurze Zeit später, dass ihr gesamter Schmuck aus dem Schlafzimmer gestohlen worden war. Leider konnten die Damen auf den Bildern, die die Polizei ihnen später zeigte, keinen der Männer identifizieren.

 

Wenn jemand nach Papier und Stift fragt, ist es nicht unhöflich, denjenigen zu bitten, vor der Tür zu warten, bis man das Gewünschte geholt hat. Trickdiebe sind sehr erfinderisch. Der Enkeltrick ist allgemein bekannt, führt aber leider trotzdem immer wieder zum Erfolg. Auch kommt es vor, dass Fremde, die nicht angemeldet sind, vor der Tür stehen und Einlass begehren. Hier gibt es beispielsweise falsche Polizeibeamte – auch in Uniform -, die angebliche Einbruchspuren sichern sollen, oder Menschen, die sich als Mitarbeiter unterschiedlicher Firmen ausgeben, die etwas ablesen oder überprüfen wollen, ohne dass ihr Kommen vorher angekündigt worden ist.

 

Keiner, der mit lauterer Absicht klingelt, sollte es übelnehmen, wenn man ihn bittet, vor der Tür zu warten, bis man sich vergewissert hat, ob der Besuch rechtens ist. Alle anderen, die sich nur Zugang zur Wohnung verschaffen wollen, um dort eine Straftat zu begehen, werden hoffentlich dann das Weite suchen.

 

Ein ganz böser Trick wird folgendermaßen ausgeführt: Kurz nachdem man Geld, z.B. bei der Haspa, abgeholt hat und wieder zu Hause ist, klingelt das Telefon. Der Anrufer gibt sich als Mitarbeiter des Geldinstitutes aus und kündigt den Besuch eines anderen Mitarbeiters an, der das soeben geholte Geld auf Echtheit überprüfen soll, da es angeblich in der Filiale ein Falschgeldproblem gibt. In diesem Fall sollte man sofort die Filiale und die Polizei benachrichtigen.

 

Alle beschriebenen Fälle sind leider auch schon in unserem Stadtteil vorgekommen. Also – die Moral von der Geschicht: sei hilfsbereit und höflich, aber ohne Vorsicht geht es nicht!

 

Hildegard Springer

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