bebauung_pehm.garten_fb.jpg In der öffentlichen Sitzung des „Regionalausschuss Langenhorn-Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Groß Borstel“  (RegAFuLa)  am 11.1.2010 in der Aula der Carl-Götze-Schule wurde unter TOP 3  von Herrn Gensler zum Thema „Hotel, Parkhaus und private Parkanlage in der Papenreye“ berichtet und diskutiert. Die hohe Beteiligung von Bürgern aus Groß Borstel war ein eindrücklicher Beweis für das große Interesse an der zukünftigen Nutzung des wohlbekannten Pehmöllers Garten, einem der ehemaligen Lustgärten von Groß Borstel.  

Die Vorstellung der von der Gensler KG geplanten Hotelanlage, über die ja bereits im Januar-Boten (S. 6-7) mit Bildern berichtet wurde, beschränkte sich zunächst auf das eigentliche Hotel mit 190 Zimmern, das Appartement-Hotel für 70 Suiten und das Parkhaus mit 390  Stellplätzen sowie die wirtschaftlichen Zwänge zur Beschränkung auf ein Zwei-Sterne Hotel und die Einhaltung aller rechtsgültigen baurechtlichen Anforderungen. Auf die Nutzung des nun ja zur Hotelanlage gehörenden „Überbleibsels“ von Pehmöllers Garten, aus dem insgesamt etwa 80 Bäume herausgeschlagen werden sollen, ging Herr Gensler erst auf Nachfrage ein. Er verwies auf die teils kostenaufwändige Anpassung des Baukörpers an den Baumbestand, die Neugestaltung des Teichs und die im Rahmen des Hotelbetriebs natürlich gegebene öffentliche Zugänglichkeit. Er machte aber auch deutlich, durch geeignete Abgrenzung des Geländes die Wahrnehmung des Hausrechts sicherstellen zu müssen. Aufgrund harscher Kritik einiger Bürger  an einer Umzäunung mit abschließbaren Toren schien Herr Gensler einzulenken und ließ offen, ob das Hausrecht unbedingt durch abschließbare Tore wahrgenommen werden müsse.

 

In der öffentlichen Bürger-Diskussion wurde einerseits recht aggressiv die Größe und die Architektur  der Hotelanlage kritisiert, was jedoch weniger zur konstruktiven Sachdiskussion beitragen konnte und  von Herrn Gensler als „persönliche Ansicht“ abgewiesen wurde. Andererseits wurde die Idee, Pehmöllers Garten in eine Hotelanlage einzubinden, grundsätzlich begrüßt und befürwortet. In Richtung Verwaltung und politischer Gremien wurde allerdings mehrfach an den Entwurf des Bebauungsplans 6 erinnert, in dem  u.a. eine verbindliche öffentliche Nutzung des Parks sowie die Schaffung von Parkraum nur in Tiefgaragen vorgesehen war.  Ebenso wurde auf den Widerspruch zum Senatsbeschluss  vom 27.10.1992 zum Erhalt von Pehmöllers Garten verwiesen. Davon ist in dem jetzigen Entwurf nichts mehr zu finden.  Der Vorsitzende des RegAFuLa, Herr Lewin, konstatierte, dass offensichtlich seitens der Verwaltung manche Beschlüsse nicht in geltendes Recht umgesetzt wurden und insofern bei diesem Projekt auch keine Berücksichtigung finden können. So blieb es letztlich bei der Bitte der Bürger an die Gremien, dafür Sorge zu tragen, dass die Baugenehmigung nur in Verbindung mit einer  verbindlichen Vereinbarung zur öffentlichen Nutzung des Reststücks von Pehmöllers Garten erfolgt.

 

Von den Ausschuss-Mitgliedern wurde das vorgestellte Hotel-Projekt überwiegend begrüßt, man sah aber auch Diskussionsbedarf in Bezug auf Umfang und Gestaltung der Bebauung. Wir Bürger wurden belehrt, dass die Einflussmöglichkeiten dieses Gremiums nicht immer zum gewünschten Erfolg führen und insbesondere keine Einschränkungen oder Ausnahmeregelungen bestehender Gesetze und Vorschriften veranlasst werden könnten. Die Fragen an Herrn Gensler bezogen sich wesentlich auf die Terminplanung, den zukünftigen Projektträger und den Hotelbetreiber. Die Finanzierung wird nach Aussage von Herrn Gensler voraussichtlich von einer Fonds-Gesellschaft übernommen.  Welches Unternehmen das Hotel betreiben werde, ist erstens noch offen und zweitens sei er, Herr Gensler, als deutscher Staatsbürger nicht verpflichtet, darüber Auskunft zu erteilen, an wen er seine Hotelanlage vermieten wird. Nach dieser Aussage verließen mehrere Bürger unter Protest den Saal. Herr Gensler gab aber doch zu erkennen, dass er von den geplanten 190 Zimmern eventuell auf ca. 160 Zimmer zurückgehen könnte und damit ein Geschoss einsparen würde und dass auch die Anzahl der Stellplätze auf ca. 250 reduziert werden könnte. Es gibt also – wie Herr Lewin in seinem Schlusswort betonte – noch viele Möglichkeiten zu konstruktiven Verhandlungen zwischen Herrn Gensler sowie den Ausschuss-Mitgliedern, der Verwaltung und nicht zuletzt den Borsteler Bürgern.

Mit etwa zwei Stunden heißer Diskussion hat das Hotel-Projekt fast den gesamten Zeitrahmen der anberaumten Sitzung beansprucht. Erfreulich ist, dass uns Bürgern diese Möglichkeit eingeräumt wurde. Bleibt zu hoffen, dass die Baugenehmigung dann auch tatsächlich die öffentliche Nutzung des ehemaligen Pehmöller Garten sicherstellt und aus dem heutigen „Frustgarten“ wieder ein „Lustgarten“  wird.                                             

 

Dr. H.H. Nölke

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