Über den aktuellen Stand berichteten Pastor Jürgensen, Hans W. Pau und Klaus Humann:

Bei der Informations-Veranstaltung am 08.05.2017 freuten wir uns über eine volle Kirche. Das zeigt eindrucksvoll das große Interesse der Groß Borsteler am Erhalt des Gebäudes.

Die Gemeinde St. Peter gehört mit 116 anderen Gemeinden zum Kirchenkreis Hamburg-Ost, der über ein eigenes „Kirchenparlament“ (Synode) verfügt, deren Entscheidungen durch das Gremium eines Kirchenkreisrates vorbereitet werden.

Angesichts sinkender Mitglieder- („Gemeindeglieder-“) Zahlen und damit auch geringeren Kirchensteueraufkommens wurden in der Vergangenheit bereits Einschnitte beim Personalhaushalt vorgenommen: Reduktion der Mitarbeiterstellen um 33%, der Pfarrstellen um 26%. Hingegen ist der Gebäudebestand nur um 8% reduziert worden, so dass nach Ansicht des Kirchenkreises unverhältnismäßig viel Geld in den Gebäudeerhalt fließt. Auch wenn zur Zeit konjunkturbedingt das Kirchensteueraufkommen noch sehr hoch ist, hält der Kirchenkreis eine Straffung des Gebäudenetzes mit Beschränkung auf zukunftssichere Standorte für angebracht. Um Zersplitterungen zu vermeiden, sollen dabei jeweils „ganze Standorte“ (Kirche + Gemeindehaus) entweder finanziell unterstützt werden – oder eben nicht. Für die meisten Gemeinden erfolgte dabei bereits eine Einordnung in A-, B- oder C-Kategorien, wobei C „ keine finanzielle Unterstützung“ bedeutet.

Der Alsterbund strebte eine Sonderlösung mit Erhalt aller vier Standorte bei von den Gemeinden selbst festgelegter Gebäudereduktion an. Auf der Synode im April jedoch wurde dem Antrag nur insofern entsprochen, als dem Alsterbund 3 förderungswürdige oder zumindest „teil-förderungswürdige“ Standorte zugesprochen wurden: die Gemeinden „Martin Luther“, „St. Martinus“ (nur Kirche und altes Gemeindehaus) sowie „St. Peter“ (nur Gemeindehaus und Höger-Saal).

Für St. Peter bedeutet dies die Sicherung des Gemeindestandortes. Das als nicht förderungswürdig angesehene Kirchgebäude möchte der Gemeinderat in finanzieller Eigenverantwortung erhalten. Allerdings prognostiziert das Finanzcontrolling des Kirchenkreises für St. Peter eine wirtschaftliche Schieflage angesichts niedriger Gemeindegliederzahlen sowie kaum erzielbarer Gewinne durch unsere angelegten Gelder, insbesondere die der „Gisela-Müller-Stiftung“. Außerdem verfügte der Kirchenkreis eine jährliche Pflichtrücklage (jeweils 1,3% des Feuerkassenneuwerts) für evtl. Sanierungsarbeiten für alle Gemeinden (für uns: jährlich 75.000 Euro!). Insgesamt sagt uns das Controlling ein erhebliches, steigendes Defizit bei abnehmenden Rücklagen voraus, was letztlich unsere wirtschaftliche Handlungsfähigkeit begrenzen könnte. Im Gegensatz dazu bewerten wir die Zahlen und Umstände anders und sehen unsere Gemeinde keineswegs so gefährdet, als dass wir das Kirchengebäude aufgeben müssten. Allerdings sind wir dazu auf Zuwendungen in Form von Spenden aus der Gemeinde und Kommune angewiesen.

In der Vergangenheit wurden durch Sanierung bzw. Neubau von Gemeindehaus, Pastorat und Högersaal so erhebliche Senkungen der Betriebskosten der betreffenden Gebäude erzielt, dass wir optimistisch sind bezüglich einer Haushaltsentlastung durch eine sanierte Kirche (Heizung, Dämmung). Eine Sanierung des Zierbetons am Turm kann so lange aufgeschoben werden, bis geeignete Finanzierungen sichergestellt wurden. Der Turm hat gegenüber dem Kirchengebäude die geringere Priorität.

Zur weiteren Stärkung der Einnahmen sind verschiedene Veranstaltungen und Aktionen geplant. Beantragungen kommunaler Fördermaßnahmen, gemeinsame Nutzung des Kirchengebäudes mit anderen Institutionen, z.B. Schulen, sowie Bildung von „Netzwerken“ werden verstärkt oder sind neu in Vorbereitung.

Darüber hinaus bittet der Gemeinderat die Groß Borsteler Bürger unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit dringend um finanzielle Unterstützung. Dazu bietet sich ein Eintritt in den „Freundeskreis St. Peter“  an *), entweder durch eine einmalige Spende oder durch Dauerspenden.

Auf der Informationsveranstaltung am 08.05.2017 wurden dazu bereits erste Vorschläge gemacht: enge Zusammenarbeit mit dem Elternrat der Carl-Götze-Schule und Versuch der Einbeziehung der Schulbehörde, honorarfreie Lesungen (Märchen) in der Kirche, vermehrte Vermietung kirchlicher Räume etc.. Viele weitere Vorschläge gingen per Handzettel ein, die wir zur Zeit auswerten. Darüber hinaus gibt es bereits ermutigende finanzielle Zusagen, über die wir uns sehr freuen.

gez. Prof. Dr. Hans Wilhelm Pau, Vorsitzender des Gemeinderats St. Peter

*) Antrag auf Mitgliedschaft im Freundeskreis St. Peter

 

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