EDITORIAL
Liebe Borstelerinnen, liebe Borsteler,
schon im Juni 2025 fand im Stavenhagenhaus ein Workshop für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger statt, bei dem es unter anderem darum ging, eine Arbeitsgruppe zu bilden mit dem Thema: Wie könnte ein neues Trägermodell für den Betrieb des Stavenhagenhauses aussehen? Durch einen Trägerverein, wie in den meisten Bürgerhäusern Hamburgs oder durch eine Trägergesellschaft.
Klaus Kolb, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des Kulturhauses Eppendorf und danach der Kunstklinik in Eppendorf, hat vom Bezirksamt den Honorarauftrag bekommen, den Prozess der möglichen Umwandlung des Stavenhagenhauses in ein Bürgerhaus zu beraten und zu begleiten. Und bei der Entwicklung eines neuen Betreibermodells für das Stavenhagenhaus zu unterstützen – das heißt, die Verwaltung durch das Bezirksamt auf einen Trägerverein oder eine Trägergesellschaft zu übertragen. Darüber hat er am 11. Juni bei der Versammlung des Kommunalvereins berichtet. Ein neuer Träger sollte sich aus aktiven Nutzern des Stavenhagenhauses bilden, die in Groß Borstel verankert sind und ein langfristiges Interesse und Engagement einbringen können, um das Stadtteilkulturzentrum Stavenhagenhaus zu betreiben und weiterzuentwickeln.
Der Vorstand des Kommunalvereins und mehrere Mitglieder waren natürlich von Anfang an stark vertreten in der Arbeitsgruppe, genauso wie die Freunde des Stavenhagenhauses. Daneben nahmen auch Vertreter von Parteien, mehrere bildende Künstler und interessierte Bürgerinnen und Bürger teil.
Der Kommunalverein und die Freunde des Stavenhagenhaus waren in dieser Arbeitsgruppe die beiden Vereine, die schon seit 1962 das Stavenhagenhaus kontinuierlich nutzen und „bespielen“; der Kommunalverein heute stärker denn je. Aus diesem Grund fand zwischen uns schon früh ein Austausch über eine mögliche Beteiligung an einem Trägermodell statt. Wir konnten uns aber in beiden Vereinen nicht vorstellen, einen weiteren dritten Verein zu gründen, zumal im Kommunalverein (Hamburgs größter Bürgerverein) rund 10 % der Borsteler Haushalte organisiert sind. Außerdem mochte sich keiner konkret vorstellen, als Vorstand dieses neuen Träger-Vereins letztlich auch persönlich haftbar für das Betreiben eines Stadtteilkulturzentrums zu sein. Aber auch in allen Gesprächen in der Gruppe und mit Klaus Kolb war immer klar, dass ohne die beiden Vereine nichts gehen würde.
Wir haben uns deshalb gemeinsam von einem kundigen Rechtsanwalt beraten lassen und folgenden Beschluss gefasst:
Der Kommunalverein Groß Borstel von 1889 r.V.
Die Freunde des Stavenhagenhauses e.V.
Die Anwohnerinitiative Groß Borstel 25 (AGB 25) e.V.
gründen zusammen eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft gUG (haftungsbeschränkt) zur Förderung und zum Betrieb des Stavenhagenhauses.
Ergänzt durch einen Programmbeirat, der engagierten Bürgerinnen und Bürgern offensteht, um Ideen und Angebote für das Stavenhagenhaus zu entwickeln.
Am 11. Februar hat die Mitgliederversammlung des Kommunalvereins beschlossen, den Vorstand zu bevollmächtigen, sich an der Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaftsform zum Betrieb des Stavenhagenhauses zu beteiligen.
Damit ist der erste Schritt getan. Der nächste besteht darin, in Gespräche mit dem Bezirksamt einzutreten, um die Möglichkeiten einer vertraglichen Grundlage auszuloten. Dazu gehört auch das Verhältnis zu einem neuen Pächter der Gastronomie, mit dem das Bezirksamt unseres Wissens in Verhandlung steht.
Da ab Mai/Juni der Umbau im Stavenhagenhaus beginnen soll und unklar ist, wann und in welchem Umfang das Haus für den normalen Kursbetrieb und für Veranstaltungen zur Verfügung stehen wird, werden wir von Monat zu Monat entscheiden, was wir anbieten können. Auf jeden Fall werden wir die monatlichen Versammlungen am jeweils zweiten Mittwoch im Monat beibehalten – zur Not auch als Gäste der Kirche St. Peter! Und ich werde alles versuchen, um die „Moms on the Dancefloor“ am vierten Freitag jedes Monats tanzen zu lassen!
Am 11. März fällt die Versammlung allerdings aus: Wegen der Schulferien ist auch der Vorstand fast komplett im Urlaub! Es sei uns gegönnt…
Herzlich Ihre Ulrike Zeising

