Serie: Klimaschutz im Garten von Dr. Jürgen Bönig
2026 April: Abpflastern: Dorf-Rundgang am Samstag, 18. April 2026 ab 11 Uhr
Am 21. März 2026 hat wieder der Wettbewerb begonnen um das Entfernen von Plaster aus dem Boden, in dem dann Pflanzen des Straßen- und Wegesrandes keimen und blühen können. Die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz organisiert den Wettbewerb zum Entsiegeln von Flächen nach niederländischem Vorbild als Student:innenprojekt. In Hamburg hat die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Hamburg (BUKEA) die Anregung aufgenommen und organisiert die Rückmeldung der Ent-Pflasterung über ihre Webseite.
Abpflastern hilft, weil das unregelmäßiger anfallende Regenwasser – zwischen Trockenheit und Starkregen – besser und leichter in den Boden eindringen kann, den Grundwasservorrat ergänzt und die Kanalisation nicht überlastet.
Abpflastern hilft, weil auf den Randstreifen viele Pflanzen keimen und wachsen, die früher während der landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen entstanden sind, vielen Insekten und anderen Tieren mit Nahrung versorgen und in der Stadt auf den offenen Flächen eine Zuflucht bieten.
Abpflastern hilft Kosten sparen. Jeder überflüssig versiegelte Quadratmeter muss erhalten und gepflegt werden, auch wenn Frost und schwere Automobile die Platten beschädigt haben. Eine wassergebundene Decke ist wasserdurchlässig, ermöglicht Pflanzenwuchs und kann leicht von Anliegern gepflegt und repariert werden.
Für die Teilnahme an dem Wettbewerb Abpflastern, der dieses Jahr bis zum 31. Oktober 2026 läuft, sollten die vorgesehenen Flächen bezeichnet und ausgemessen, vor und nach Entfernen des Pflasters fotografiert und beim Webportal unter Hamburg.de die entfernten Quadratmeter Pflaster gemeldet werden.
Am Samstag, den 18. April 2026, wollen wir uns um 11 Uhr an der Plakatwand des Kommunalvereins vor der Bäckerei Junge treffen, um gemeinsam eine Dorfbegehung zu machen. Dabei werden wir mögliche Abpflasterungen kennzeichnen und fotografieren. Wir wollen mit Gartenbesitzern ins Gespräch kommen, wie wir in Groß Borstel möglichst viel Pflaster aus dem Strand gerissen werden kann – auf Privatgelände auf eigene Faust und Schubkarre, auf öffentlichem Grund nach Abstimmung mit dem Wegewart und der zuständigen Behörde.
Wir haben einen Bollerwagen mit Pflanzen des Wegrandes und Samenmischungen vom NABU-Garten in der Bebelallee dabei, um zu erörtern, was nach dem Entfernen des Pflasters mit dem Wegrand geschehen sollte – wieder alles zupflanzen, offen liegen lassen, Schotter, Sand und Samen einbringen, um die Pflanzenvielfalt zu fördern?
Wir haben vor dem Rundgang unseren zuständigen Wegewart einbezogen und werden erörtern, auf wie öffentliche Flächen auf welche Weise für Wasser und Pflanzen wieder zugänglich gemacht werden können. Da wird es sicher Anregungen geben, ob Gehwege wirklich bis zum Gartenzaun gepflastert sein müssen, wie das Wasser auf die Baumscheiben laufen kann oder ob Fahrräder beim Abstellen wirklich auf Beton stehen müssen oder ob eine Sandfläche ausreicht.
Wer uns am Gartenzaun empfangen und seine Absichten auf Abpflastern erklären will, melde sich bitte beim Kommunalverein Groß Borstel. Wir werden sicher viel Spaß miteinander haben auf dem Rundgang durchs Dorf, wo diesmal nicht das Zupflastern, sondern das Öffnen des Bodens für Wasser, Pflanzen und Tiere im Mittelpunkt steht.
Foto: © Tegelwippen.nl Abpflastern auf der Terrasse
Abpflastern! Hamburger Wettbewerb zum Entsiegeln und Begrünen unter www.hamburg.de
Jeder Quadratmeter zählt! Tragen Sie dazu bei, Hamburg grüner und lebenswerter zu machen. Melden Sie Ihre entsiegelten Flächen auf beteilige.me, schicken eine E-Mail an abpflastern@bukea.hamburg.de und werden Teil unserer Gemeinschaft, die sich aktiv für den Umweltschutz einsetzt.
Tegelwippen

„Durch den Klimawandel haben wir es häufiger mit heftigen Regenfällen zu tun“, meint die niederländische Webseite Tegelwippen.nl. „Die Kanalisation kann das Regenwasser nicht immer gut ableiten, wodurch Keller und Straßen unter Wasser stehen können. Die Lösung? Weg mit den Pflastersteinen, her mit der Begrünung!“
Die Niederländer, die naturgemäß großen Respekt vor Hochwasser durch Sturmfluten an der Nordsee haben und die selbstverständlich nicht zusätzlich noch Hochwasser durch klimabedingt stärkere Regenfälle und übermäßige Versiegelung gebrauchen können, ersannen den Wettbewerb Abpflastern, der seit 2021 läuft. Seitdem sind (Stand 16.03.2026) insgesamt 20.478.536 Gehwegplatten aufgesammelt worden und an deren Stelle ist Grün oder eine wasserspeichernde Fläche entstanden. Der Wettbewerb listet auf, wie viel Tegels (Platten) pro 1000 Einwohner gesammelt worden sind. Ganz vorne auf Platz 1 ist die Gemeinde Valkenburg aan de Geul mit sage und schreibe 4698 Platten pro 1000 Einwohner. Dort hat jeder Einwohner mit etwa 4,6 Platten zum Ergebnis beigetragen.
Seit 2025 ist beteiligt sich Hamburg am Abpflastern. Unter der Webseite beteilige.me kann jeder/jede ein vorher/nachher-Foto von der selbst entsiegelten Fläche einreichen und so am Wettbewerb teilnehmen.
Beim Abpflastern-Wettbewerb in Deutschland ist die Kleinstadt Mettingen 2025 mit beachtlichen 4983 Steinen pro 1000 Einwohner auf einem 1. Platz bei den Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern gelandet. Frankfurt schaffte es bereits mit schlappen 63 Platten in der Großstadtkategorie (über 100.000 Einwohner) auf dem 1. Platz. Und Hamburg? Die Chancen für Groß Borstel stehen nicht schlecht, wenn wir uns entschließen sollten, am Abpflastern-Wettbewerb teilzunehmen. Was meint Ihr: Sollen wir mitmachen?
Fragt: Uwe Schröder

