Gans lebhaft – Frühling im Eppendorfer MoorFührung am Samstag, 21.03.2026, 10 bis 11.30 Uhr

Graugänse gab es schon immer in Norddeutschland. Im 16. Jahrhundert galt diese Art noch als häufiger Brutvogel. Damals lebte sie in Mooren, Sümpfen und Flussauen, die es überall im norddeutschen Tiefland gab. Um Torf abzubauen und landwirtschaftliche Flächen zu erschließen, wurden solche Gebiete nach und nach trocken gelegt, Flüsse begradigt und somit der ursprüngliche Lebensraum der Gänse zerstört.

Der zunehmende Jagddruck mit besseren Waffentechniken führte zusätzlich dazu, dass die Graugans Ende des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa fast ausgerottet wurde.

Auch das Naturschutzgebiet (NSG) Eppendorfer Moor, im Osten von Groß Borstel, wurde noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts militärisch als Schießplatz genutzt und war somit für Graugänse und andere Arten längst nicht mehr attraktiv. Erst nach dem II. Weltkrieg erholten sich die europäischen Bestände langsam und wurden durch Wiederansiedlungsmaßnahmen unterstützt.

Um die heutige Lebensweise und Bestandsentwicklungen der Hamburger Graugänse zu dokumentieren, markiert der Neuntöter e.V. jedes Jahr einen Teil vom Graugansnachwuchs mit Ringen vom Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“.

Wir erfassen ganzjährig die Anzahlen der rastenden Graugänse in den Hamburger Parkanlagen nördlich der Elbe, wenn möglich im wöchentlichen Rhythmus. Daneben zählen wir jedes Jahr die Brutbestände in diesen Parks. Dabei erfassen wir die Nester und zählen anschließend die Familien. Dadurch dass der Großteil der Eltern markiert ist, können die Familien bis zum Flüggewerden beobachten und sehr genau den Bruterfolg dokumentieren. Die regelmäßigen Erfassungen und Ablesungen werden von mehreren ehrenamtlich aktiven Personen durchgeführt.

Bereits vor mehr als 30 Jahren ist die Graugans wieder als Brutvogel in das NSG Eppendorfer Moor zurückgekehrt. Doch das Moor hat sich verändert, Fressfeinde folgten den Gänsen und auch der Klimawandel sorgt jedes Jahr für sehr unterschiedliche Bedingungen.

Führung am Samstag den 21. März 2026, 10:00-11:30 Uhr

Wir spazieren durch das Eppendorfer Moor und lernen das Brutgebiet von Grau- und Kanadagänsen kennen. Im Frühling geht es oft „richtig zur Sache“, denn bei der Klärung der Rangordnung und beim Verteidigen des Nestes sind Graugänse nicht zimperlich. Wie hat sich der kalte Winter auf die Gänse ausgewirkt? Wie flirtet die Graugans? Wie wird eine „Gänsedame“ erobert? Woran erkennt man männliche und weibliche Gänse? Wie verhalten sich die Jungvögel vom letzten Jahr? Was sind die Besonderheiten von diesem Gebiet?

Fernglas von Vorteil. Bitte keine Hunde mitbringen.  Max. 15 Personen.

Ort: Borsteler Chaussee, Ecke Klotzenmoor, 22453 Hamburg 

Leitung: Simon Hinrichs 

Kosten: Spende erwünscht  

Anmeldung erforderlich an: anmeldung@neuntoeter-ev.de

Text: Simon Hinrichs